Der John-Law-Fragebogen™

Ein Versuch, die Wirklichkeit kurz anzuhalten

John Law war kein Philosoph. Er war Spieler, Ökonom, Visionär –
und der Mann, der vor über 300 Jahren bewies, dass Geld weniger mit Gold zu tun hat als mit Vertrauen, Macht und kollektivem Mitspielen.

Dieser Fragebogen ist keine Hommage an John Law und auch keine historische Einordnung. Er ist ein Versuch, jene stillen Selbstverständlichkeiten zu berühren,
auf denen Staaten, Märkte und Regeln ruhen – meist unsichtbar, meist unhinterfragt.

Manchmal reicht eine Antwort. Manchmal reicht schon eine Frage,
um zu merken, dass etwas nicht stimmt.

Die folgenden Fragen sind nicht dazu gedacht, beantwortet zu werden.
Sie sind dazu da, einen Moment länger stehen zu bleiben als gewöhnlich.

1.
Woher weißt du, dass du die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Österreich überquert hast, wenn mitten im Wald kein Schild steht?

2.
Warum darf ein Staat Geld drucken, du aber nicht – und wer hat das entschieden?

3.
Ab welchem Moment gehört ein Stück Land jemandem, nur weil Linien auf Papier gezogen wurden?

4.
Was genau passiert, wenn „der Markt nervös wird“ – wer ist dann nervös?

5.
Warum ist etwas legal, wenn es groß genug ist, und illegal, wenn es klein ist?

6.
Wann hast du zuletzt etwas getan, nur weil „man das halt so macht“ – und wer ist dieses „man“?

7.
Wenn ein Gesetz ungerecht ist, wann wird Gehorsam zu Feigheit?

8.
Warum fühlt sich Papiergeld realer an als ein Versprechen zwischen zwei Menschen?

9.
Was genau verlierst du, wenn du eine Regel brichst, die niemand erklären kann?

10.
Woran merkst du, dass du nicht frei bist – obwohl du es darfst?

Manche Spiele funktionieren nur, solange niemand fragt, warum.